Der Wetterfrosch – noch ein Schmunzelerlebnis am Telefon im Oktober 2004

"... kann auch die Krankenkasse anrufen!", bekam ich an einem herbstlichen Freitagmorgen zu hören, als ich einen der vielen Anrufe entgegennehmen wollte und in die Leitung eintrat. Ich ließ mich nicht irritieren und meldete mich vorschriftsmäßig mit Firmenwortlaut und Namen. Da raunte die Anruferin jemandem in ihrer Nähe zu: "Ah, jetzt haben die sich gemeldet!", worauf sie sich endlich an mich wandte: "Ich rufe aus Lech an, Ihre Nummer habe ich zufällig beim wahllosen Aufschlagen des Telefonbuchs entdeckt. Können Sie mir sagen, wie das Wetter im Bregenzerwald ist?"
Ich antwortete: "Das weiß ich leider auch nicht, ich sitze in Bregenz." Ich spielte mit dem Gedanken, die Anruferin an eine der Bergbahnen zu verweisen, aber dazu kam ich erst gar nicht ...
"Dann sagen Sie mir doch bitte, wie es in Bregenz ist, im Rheintal-Bodensee-Gebiet ist es ja auch ganz schön, wenn das Wetter mitspielt! Wir sind da ein paar ältere Frauen, die gerne einen Ausflug an die Sonne machen möchten."
Ich dazu: "Hmm, von meinem Platz aus kann ich das Wetter nicht erkennen, ich frage schnell einen Kollegen, wenn es Ihnen recht ist."
Nach ihrer Zustimmung parkte ich das Gespräch ein und rief den Portier an, der mich wissen ließ, dass dichter Nebel die Sicht zum "Pfänder" verhinderte. Dies teilte ich der Dame mit und empfahl ihr, die Fahrt in den Bregenzerwald dennoch zu riskieren, weil sich der Nebel erfahrungsgemäß im Laufe des Vormittags lichten würde.
Sie bedankte sich für den Tipp und fügte hinzu: "Eigentlich sind Sie ein armer Teufel, Sie sitzen in Ihrem Büro und können nicht mal die Natur genießen!"
Ich entgegnete: "Das ist nicht so schlimm, ich muss heute nur bis Mittag arbeiten."
"So, ja dann ..." Die Anruferin bedankte sich nochmals und legte auf.

Ob sie bei der Krankenkasse wohl auch diesen Service bekommen hätte? :-)


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Zuletzt aktualisiert am 14.12.2010
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